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Die Scheidung der Ehe als Konsequenz dauerhaften Getrenntlebens in der Regel von mindestens einem Jahr bereitet üblicherweise juristisch keine großen Probleme, da es seit 1977 nicht mehr darauf ankommt, wer „schuld“ am Scheitern der Ehe hat. Das Gesetz geht nämlich davon aus, dass die Ehe gescheitert ist, wenn die Parteien seit mehr als einem Jahr getrennt voneinander leben (§ 1566 BGB), was auch innerhalb der Ehewohnung erfolgen kann, wenn die Eheleute einander keine Leistungen mehr erbringen und eine räumliche Trennung möglich und tatsächlich erfolgt ist und eine Wiederherstellung der Ehe nicht zu erwarten ist. Dabei reicht nach der Rechtsprechung auch ein sogenanntes „einseitiges Scheitern“ aus, das heißt, dass sich ein Ehegatte dauerhaft und unumkehrbar von dem anderen abgewandt hat und die Scheidung beantragt.

Der Scheidungsantrag kann etwa 2-3 Monate vor Ablauf des Trennungsjahres eingereicht werden, da die Voraussetzung der Scheidung, dass das Trennungsjahr abgelaufen sein muss, erst im Scheidungstermin bei Gericht (bei Vorliegen keiner sogenannten Verbundanträge) etwa 3 Monate später vorliegen muss.

Eine Scheidung vor Ablauf des Trennungsjahres kommt nur in seltenen Härtefällen in Betracht, wenn es dem die Scheidung begehrenden Ehegatten schlichtweg unzumutbar (§ 1565 Absatz 2) ist, mit dem anderen verheiratet zu sein (Ehemann ist z.B. wegen eines Sexualdeliktes verurteilt worden).

Auch kommt die Anfechtung einer Ehe in Betracht, wenn ein Ehegatte sich über „wesentliche Eigenschaften“ des anderen Ehegatten bei Eingehung der Ehe getäuscht hat (Ehemann fühlt sich z.B. als Frau und trägt Damenbekleidung oder möchte sich einer Geschlechtsumwandlung unterziehen). Die Ehe kann dann vor Ablauf des Trennungsjahres aufgehoben werden.

Im förmlichen Verfahren entscheidet das Familiengericht nur über die Scheidung und den Versorgungsausgleich, wenn nicht ausdrücklich noch ein weiterer Antrag von den Parteien gestellt wird. Ein solcher Verbundantrag kann sich beispielsweise auf nachehelichen Unterhalt oder/und auf die Zahlung von Zugewinnausgleich richten. Wenn ein solcher Antrag gestellt wird, dann kann die Ehe im Regelfall nur dann geschieden werden, wenn gleichzeitig auch über die anderen gestellten Anträge, also z.B. nachehelichen Unterhalt und Zugewinnausgleich entschieden werden kann. Hier heißt es, strategisch und taktisch zu denken.

Am sinnvollsten ist es allerdings, die Folgesachen der Scheidung (wenn regelungsbedürftig), wie Unterhalt, Zugewinn, Haushaltsteilung, Ehewohnung etc. einvernehmlich in einer notariellen Scheidungsfolgenvereinbarung zu regeln und erst dann den Scheidungsantrag einzureichen. Dies spart viel Zeit, viele Nerven und auch viel Geld.

Ist die Trennung noch frisch, wird häufig von beiden Ehegatten übereinstimmend erklärt, alles einvernehmlich und friedlich zu regeln - die Erfahrung zeigt, dass sich diese Einigkeit (meist bei Hinzutreten eines neuen Partners) sehr schnell ändern kann ...

Für eine schnelle Scheidung ist es meist ratsam, auch schnell einen Anwalt aufzusuchen, um den Beginn des Trennungsjahres nachweisbar zu dokumentieren. Eine schnelle Scheidung kann nicht unerhebliche finanzielle Vorteile für einen der Ehegatten bieten.

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